Presseabteilung

Artikel NOZ 12.03.2001 "Spiel des Tages"

Exkollege als Spielverderber

4:1 - Woyciekowski der Matchwinner für Blau-Weiß in Belm

Ausgerechnet ein ehemaliger Mitspieler verdarb gestern den Fußballern des Bezirksklassenklubs Concordia Belm-Powe den Nachmittag. Mit einer überragenden Vorstellung sorgte Thomas Woyciekowski fast im Alleingang für den 4 : 1 Sieg von Blau Weiß Schinkel im temporeichen Nachbarderby am Belmer Heideweg. "Gegen Belm bin ich natürlich besonders motiviert, obwohl ich immer noch ein tolles Verhältnis zu meinen ehemaligen Mitspielern habe", freute sich der 24-jährige über seine Glanzleistung. Der kaum zu bremsende Offensivspieler steuerte zwar nur den Treffer zum 3 : 0 (81.) selbst bei, leiteteaber die beiden ersten Tore der Blau-Weißen entscheidend ein: Nach einer Anfangsphase ohne große Höhepunkte wurde der wieselflinke Angreifer in der 36. Minute durch ein unnötiges Foul seines Gegenspielers Uwe Lingnau im Strafraum gestoppt, worauf der aufmerksame Schiedsrichter Michael Böhlau sofort auf den ominösen Punkt zeigte.

Bild Spielszene BW Schinkel vs. Belm
Mittelstürmer Mike Nordmann -in der Winterpause vom VFL Büren zum Gretescher Weg gewechselt- vollstreckte problemlos und war vier Minuten später erneut zur Stelle, als er nach einen "tödlichen" Steilpass seines Angriffspartners Woyciekowski eiskalt zum 2 : 0 abschloss. Mit den beiden Treffern war die Vorentscheidung vor 140 Zuschauern am Kunstrasenplatz praktisch gefallen, denn angesichts der Schinkelaner Konterstärke verzichteten die Belmer auf eine Generaloffensive. Immerhin versuchte das zu Saisonbeginn stark verjüngte Team -vor allem dank der Initiative des unermüdlichen Mittelfeldmotors Andreas Werner - den Druck auf das von Blau-Weiß-Routinier Lars Klefoth glänzend gehütete Tor zu erhöhen, doch bei den wenigen klaren Torchancen offenbarten die Angreifer ihren Mangel an Abgeklärtheit. Erst in der 88. Minute gelang dem 19-jährigen Henrik Dreyer der verdiente Ehrentreffer, ehe der eingewechselte Sven Westerhus den 1 : 4 Endstand besorgte (89.). Westerhaus war für Neuling Nordmann gekommen, der sein viel versprechendes Debüt in der 51. Minute fast mit seinem dritten Treffer gekrönt hätte, aber nach Alleingang am Belmer Torhüter Ralf Kohlmeyer scheiterte. neben dem bereits gut harmonierenden Angriffsduo hatten die Gäste mit der abgeklärten Defensivachse mit Keeper Klefoth, Libero Claus Wernecke und Abwehrroutinier Olaf Knüppe, der in der 31. Minute mit einem herrlichen Volleyschuss an die Latte nur kanpp gescheitert war, eine zweite Trumpfkarte im Ärmel. "Wir haben die wichtigsten Belmer Offensivleute heut ausgeschaltet, das war die Grundlage für unseren Erfolg", analysierte Blau-Weiß Trainer Heinz Inderheide nach dem wertvollen Erfolg, der die Distanz zu den Abstiegsplätzen auf beruhigende acht Zähler vergrößerte. Wesentlich bedrohlicher ist die Situation für die Concorden, die in den vergangenen Jahren mit Abgängen wie Oliver Hugo, Simon Potts (bei VFL Amateure), Tim Stetskamp, Sebastian Brockamp (beide Spfr. Lotte) oder Matthias Schulte (TUS Bersenbrück) einen erheblichen Aderlass zu verkraften hatten: Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Aber die Moral stimmt, und ich bin sicher, dass wir die nötigen 35 oder 36 Punkte für den Klassenerhalt noch sammeln werden", meinte Coach Wolfgang Vogt. Nach der bitteren Niederlage spendete nicht nur der Trainer, sondern auch der Matchwinner den jungen Concorden Trost: "Ich geh jetzt erst einmal in die Belmer Kabine und trinke mit den alten Kumpels ein Bier", sagte Woyciekowski und verschwand in den Katakomben.

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Niedersachsen-Journal April 2000

Sportlich und finanziell am besten steht derzeit von allen drei Schinkeler Verein Blau Weiß DJK dar. Der 1345 mitgliederstarke Klub besitzt eine eigene Anlage mit drei Rasenplätzen, die einen geschätzten Wert von rund 2,8 Millionen Mark hat. Allerdings belasten jährlich rund 100.000,00 Mark Unterhaltungskosten die Vereinskasse erheblich. 14 Jugendteams von den A- bis zu den G-Junioren, drei Herren- und zwei Alt-Herrenmannschaften gehören der 450 Mitglieder zählenden Fußballsparte an. Seit mehr als der Hälfte seines Lebens ist der 52-jährige Fritz Boßmeyer Vorsitzender. Von 1982 bis 1990 spielte Blau Weiß in der Landesliga. "Das war nur möglich, weil wir damals eine gute A-Jugend hatten, die komplett zu den Herren übergewechselt ist und viele Jahre erfolgreich war. Das wäre heute nicht mehr möglich, weil es auch in unteren Klassen schon ums Geld geht. Wir müssen mit einem Jahresetat von 28.000,00 Mark auskommen", betont Bossmeyer. Die erste Mannschaft spielt zurzeit in der Spitzengruppe der Kreisliga und möchte mittelfristig in die Bezirksklasse aufsteigen. Mehr ist laut Bossmeyer für Blau-Weiß nicht drin. Nur bei einer möglichen Spielgemeinschaft aller Schinkelaner Veriene ließe sich eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, die auch höher spielen kann. Der DJK-Vorsitzende sieht jedoch im Moment keinen Bedarf für eine Zusammenschluß. Die drei Schinkelaner Veriene (Schinkel 04, VFB Schinkel, Blau-Weiß DJK Schinkel) spielen im Spitzenfußball schon lange keine Rolle mehr. Dafür bieten sie jungen und alten Fußballern eine Heimat an. Die ehemals großen Leistungen ihrer Mannschaften werden an der Theke im Vereinsheim immer seltener in Erinnerung gebracht und angepriesen. Die Nachfolgegeneration schaut nicht mehr so oft in die Vergangenheit. Der Fußball im Arbeiterviertel Schinkel wird deshalb aber längst noch nicht seine Faszination verlieren. Denn wenn es dem großen Bruder VFL gut geht, dann pilgern sie wieder scharenweise zur Bremer Brücke und lassen sich von der Begeisterung im Station anstecken.

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